Haus in Frankreich kaufen 2026 – Der vollständige Ratgeber für Käufer
# Haus in Frankreich kaufen – Der vollständige Ratgeber für Käufer 2026
Ein Haus in Frankreich kaufen – für viele Deutsche ein Lebenstraum. Ob als Feriendomizil in der Provence, als Altersruhesitz in der Dordogne oder als Kapitalanlage in der Bretagne: Der französische Immobilienmarkt bietet enorme Chancen, aber auch einige Fallstricke. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Kaufprozess – von der Suche über den Notartermin bis zu den laufenden Kosten nach dem Kauf.
**Wichtig vorab:** Als EU-Bürger können Sie ohne Einschränkungen in Frankreich eine Immobilie erwerben. Es gibt keine Sondergenehmigungen für deutsche Käufer. Sie benötigen lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, eine Steueridentifikationsnummer und einen Finanzierungsnachweis. Auch Schweizer und britische Käufer sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen – für Briten gelten seit dem Brexit jedoch besondere Aufenthaltsregelungen.
## Der französische Immobilienmarkt 2026: Ein guter Zeitpunkt?
Der Markt hat 2024 seinen Tiefpunkt erreicht und zeigt seit 2025 deutliche Erholungstendenzen. Die Preise für Bestandsimmobilien sind im Jahresvergleich 2025/2026 leicht gestiegen – Wohnungen um rund 1,3 Prozent, Häuser um 0,2 Prozent. Das Transaktionsvolumen legte 2025 auf rund 945.000 Verkäufe zu, nach etwa 775.000 im Jahr 2024.
Die Hypothekenzinsen haben sich bei etwa 3,2 bis 3,4 Prozent für 20-jährige Darlehen eingependelt – ein Niveau, das historisch betrachtet noch immer attraktiv ist. Die Preise liegen weiterhin unter den Höchstständen der Covid-Ära. Wer jetzt kauft, profitiert von einem sich stabilisierenden Markt.
> **Zahlen auf einen Blick:** Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser in Frankreich liegt 2026 bei rund 2.370 €, für Wohnungen bei etwa 4.260 €.
## Schritt 1: Immobiliensuche – Wo und wie finden Sie das passende Objekt?
Die Suche nach einer Immobilie in Frankreich unterscheidet sich grundlegend von der in Deutschland. Es gibt keine einzelne dominierende Plattform wie ImmoScout24. Die wichtigsten französischen Portale sind:
- **SeLoger** – das größte französische Immobilienportal
- **LeBonCoin** – Kleinanzeigen-Marktplatz mit vielen Privatangeboten
- **Bien'Ici** – wachsende Plattform mit guter regionaler Abdeckung
- **Green-Acres** – Spezialist für außergewöhnliche Objekte und Ferienimmobilien
Viele attraktive Objekte werden jedoch nie online inseriert, sondern über lokale Maklernetzwerke und Notariate vermittelt. Wer ernsthaft sucht, sollte Kontakt zu mehreren lokalen Agenturen aufnehmen oder einen deutschsprachigen Immobilienberater vor Ort engagieren.
**Eine Hürde für deutsche Käufer:** Exposés, Maklerkorrespondenz und Verträge sind fast ausschließlich auf Französisch. Wer die Sprache nicht sicher beherrscht, riskiert Missverständnisse. Lassen Sie sich Zeit mit der Besichtigung – fahren Sie zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichem Wetter zum Objekt, um ein realistisches Bild zu bekommen.
## Schritt 2: Die Immobilienarten in Frankreich
Frankreich bietet eine große Bandbreite an Immobilientypen – jede mit eigenem Charme und spezifischen Besonderheiten:
| Typ | Beschreibung | Typische Preisspanne (ländlich) |
|-----|-------------|-------------------------------|
| **Maison de campagne** | Landhaus, oft aus Naturstein, mit Grundstück | 80.000 – 250.000 € |
| **Appartement** | Wohnung, meist in Stadt oder Ferienort | ab 100.000 € (2 Zimmer) |
| **Ferme / Fermette** | Bauernhaus oder kleine Hofstelle, oft renovierungsbedürftig | 50.000 – 200.000 € |
| **Maison de village** | Dorfhaus, Reihenhaus im Ortskern | 40.000 – 150.000 € |
| **Château / Manoir** | Herrenhaus oder Schloss | ab 300.000 € (renovierungsbedürftig) |
| **Moulin** | Alte Mühle, oft mit Wasserrecht | 150.000 – 500.000 € |
| **Gîte** | Ferienhaus, oft bereits vermietet | 100.000 – 300.000 € |
## Schritt 3: Kaufnebenkosten – Was kommt auf den Kaufpreis drauf?
Der Kaufpreis ist nur die eine Hälfte der Rechnung. Die Kaufnebenkosten in Frankreich sind deutlich höher als in Deutschland:
### Notargebühren („frais de notaire")
Der größte Posten nach dem Kaufpreis: Die sogenannten Notargebühren betragen:
- **Bei Neubauten (unter 5 Jahre alt):** ca. 2–3 % des Kaufpreises
- **Bei Bestandsimmobilien (älter als 5 Jahre):** ca. 7–8 % des Kaufpreises
Diese Gebühren setzen sich zusammen aus der Grunderwerbsteuer (ca. 5,8 %), den Notarkosten (ca. 1–1,5 %) und den Grundbuchkosten. Der Notar zieht diese Beträge ein und leitet sie an Staat und Gemeinden weiter. Die Kosten trägt vollständig der Käufer.
**Tipp:** Sie können in Frankreich einen eigenen Notar beauftragen, zusätzlich zum Notar des Verkäufers. Dadurch entstehen Ihnen keine Mehrkosten – die Gebühren werden geteilt. Zudem sind Notare landesweit tätig, Sie können also einen deutschsprachigen Notar wählen, auch wenn das Objekt am anderen Ende Frankreichs liegt.
### Maklerprovision
Die Maklerprovision ist meist im inserierten Kaufpreis enthalten („honoraires inclus" – FAI) und beträgt 4 bis 10 Prozent des Kaufpreises. Achten Sie bei der Angebotssuche auf den Zusatz „FAI" oder „honoraires à la charge du vendeur", um zu wissen, wer die Provision trägt.
### Kaution (Dépôt de garantie)
Bei Unterzeichnung des Vorvertrags zahlen Sie in der Regel eine Kaution von 5 bis 10 Prozent des Kaufpreises. Diese Kaution wird nach der 10-tägigen Widerrufsfrist bindend. Ziehen Sie sich ohne triftigen Grund (z. B. fehlende Finanzierungszusage) zurück, verfällt die Kaution.
### Gutachten und Diagnosen
Die Pflichtgutachten („Dossier de Diagnostic Technique" / DDT) erstellt der Verkäufer auf eigene Kosten. Ein unabhängiger Bausachverständiger kostet zwischen 500 und 1.500 Euro, je nach Umfang der Prüfung. Diese Investition ist vor allem bei älteren Objekten dringend zu empfehlen.
### Gesamtkosten-Beispielrechnung
| Position | Betrag |
|----------|--------|
| Kaufpreis Bestandshaus | 250.000 € |
| Notargebühren (7–8 %) | ca. 18.750 € |
| Maklerprovision (falls nicht inkludiert) | ca. 7.500 € |
| Bausachverständiger | ca. 1.000 € |
| **Gesamtkosten** | **ca. 277.250 €** |
## Schritt 4: Der rechtliche Ablauf – Vom Angebot zum Eigentum
Der Kaufprozess in Frankreich dauert in der Regel 3 bis 4 Monate und unterscheidet sich in mehreren Punkten vom deutschen Verfahren.
### 4.1 Das Kaufangebot (Offre d'achat)
Haben Sie die passende Immobilie gefunden, geben Sie ein schriftliches Kaufangebot ab. Dieses ist rechtlich bindend, sobald der Verkäufer es annimmt. Formulieren Sie es sorgfältig und fügen Sie unbedingt eine Finanzierungsklausel („condition suspensive") ein. Diese sorgt dafür, dass Sie vom Vertrag zurücktreten können, wenn die Bank den Kredit nicht bewilligt.
**Achtung:** Lassen Sie sich niemals zu einer schnellen Unterschrift drängen. Das Angebot muss nicht direkt nach der Besichtigung unterschrieben werden.
### 4.2 Der Vorvertrag (Compromis de vente)
Der wichtigste Schritt: Nach der Einigung unterzeichnen beide Seiten den Vorvertrag. Anders als in Deutschland, wo erst der notarielle Kaufvertrag bindend ist, ist in **Frankreich bereits der Vorvertrag rechtsverbindlich**.
- Sie haben ein **10-tägiges Widerrufsrecht** nach Unterzeichnung
- Danach ist der Vertrag bindend
- Bei Rücktritt droht eine Vertragsstrafe von meist 10 % des Kaufpreises
- Der Vorvertrag enthält: Kaufpreis, Zahlungsmodalitäten, aufschiebende Bedingungen und die Ergebnisse der Pflichtgutachten
### 4.3 Die Finanzierungsphase
Nach Unterzeichnung des Vorvertrags haben Sie in der Regel 45 bis 60 Tage Zeit, eine Finanzierungszusage vorzulegen. Gelingt dies nicht, können Sie unter bestimmten Bedingungen straffrei vom Vertrag zurücktreten.
### 4.4 Der Notartermin (Acte de vente)
Etwa 2 bis 3 Monate nach dem Vorvertrag findet der finale Notartermin statt. Der französische Notar (Notaire) ist kein reiner Urkundsperson wie in Deutschland, sondern eine Art staatlich bestellter Rechtspfleger. Er prüft:
- Eigentumsverhältnisse und Grundbuch
- Behördliche Genehmigungen und Baulasten
- Wegerechte und Dienstbarkeiten
- Berechnung und Einzug der Steuern
- Auszahlung des Kaufpreises an den Verkäufer
Seit der Einführung des „Signer-à-distance"-Verfahrens können Sie den Notartermin auch digital von Deutschland aus durchführen – der Notar sendet Ihnen eine sichere Videokonferenz-URL.
## Schritt 5: Finanzierung – Kredit von deutscher oder französischer Bank?
Als deutscher Käufer haben Sie mehrere Optionen:
**Französische Bank:** Französische Banken gewähren auch Ausländern Kredite – allerdings mit strengeren Auflagen. Üblich sind lange Laufzeiten (20 bis 25 Jahre) mit festen Zinssätzen. Sie benötigen: Einkommensnachweise, Steuerbescheide, Kontoauszüge und einen Nachweis über Ihr Vermögen.
**Deutsche Bank:** Einige deutsche Banken finanzieren auch Auslandsimmobilien, darunter Spezialvermittler wie die Hamburger Hypo. Vorteil: Sie bleiben in Ihrem gewohnten Bankensystem, und die Kommunikation läuft auf Deutsch. Die Hamburger Hypo vermittelt Finanzierungen für ganz Frankreich (inkl. Korsika) mit Laufzeiten bis 25 Jahren und 5 % Sondertilgung pro Jahr.
**Wichtig:** Vergleichen Sie die Konditionen beider Varianten. Französische Banken verlangen oft eine höhere Eigenkapitalquote (20–30 %), während deutsche Banken bei Auslandsfinanzierungen etwas höhere Zinsen aufschlagen können.
## Schritt 6: Die Regionen im Vergleich
Frankreich ist nicht gleich Frankreich. Die regionalen Unterschiede bei Preisen, Lebensqualität und Vermietungspotenzial sind enorm.
| Region | ∅ Preis/m² (Haus, 2026) | Besonderheit |
|--------|------------------------|-------------|
| **Normandie** | ca. 2.050 € | Preisgünstig, nah an Deutschland, Natursteinhäuser ab 80.000 € |
| **Bretagne** | ca. 2.340 € | Atlantikküste, lange Saison, strenge Regeln für Kurzzeitvermietung |
| **Nouvelle-Aquitaine (Dordogne)** | ca. 1.890 € | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, viel Platz, beliebt bei Briten |
| **Provence-Alpes-Côte d'Azur** | ca. 4.500–6.000 € | Teuerste Region, hohe Nachfrage, Top-Lage für Ferienimmobilien |
| **Okzitanien** | ca. 1.950 € | Aufstrebend, günstiger als Provence, viel Sonne |
**Provence und Côte d'Azur:** Die teuerste Region Frankreichs. In Nizza, Cannes und Aix-en-Provence liegen die Quadratmeterpreise bei 5.000 bis 8.000 €. Dafür locken das mildeste Klima Europas und eine international hervorragende Infrastruktur. Wer hier ein Schnäppchen sucht, wird im Hinterland der Provence fündig – zwischen Avignon und Aix-en-Provence gibt es noch bezahlbare Objekte ab 150.000 €.
**Normandie:** Besonders beliebt bei deutschen Käufern wegen der relativen Nähe. Von Paris aus in zwei Stunden an der Küste. Preiswerte renovierungsbedürftige Häuser im Hinterland ab 80.000 €. Achtung vor versteckten Feuchtigkeitsproblemen in Fachwerk- und Bruchsteinhäusern.
**Bretagne:** Längere touristische Saison als die Normandie (Mai bis Oktober), hervorragende Küstenlandschaft, starke regionale Identität. In vielen Küstengemeinden gelten allerdings strenge Auflagen für die Kurzzeitvermietung.
**Dordogne / Périgord:** Beliebt bei Briten und Niederländern. Die Region bietet sanfte Hügel, mittelalterliche Dörfer und ein gemäßigtes Klima. Der Quadratmeterpreis liegt günstiger als in der Bretagne – bei rund 1.890 € im Schnitt. Ideal für Käufer, die Platz und Ruhe suchen.
## Schritt 7: Laufende Kosten nach dem Kauf
Nach dem Erwerb kommen jährliche Kosten auf Sie zu, die Sie nicht unterschätzen sollten.
### Grundsteuer (Taxe foncière)
Fällt jährlich für jede Immobilie an, unabhängig davon, ob Sie selbst darin wohnen oder vermieten. Die Höhe richtet sich nach dem Katastermietwert („valeur locative cadastrale") und variiert stark von Gemeinde zu Gemeinde. Fragen Sie vor dem Kauf beim Verkäufer nach der genauen Höhe – für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind 800 bis 2.000 € pro Jahr realistisch.
### Wohnsteuer (Taxe d'habitation)
Seit 2023 wird die Wohnsteuer nur noch für **Zweitwohnsitze** und Ferienimmobilien erhoben. Wenn Sie also ein Ferienhaus in Frankreich kaufen und Ihren Hauptwohnsitz in Deutschland behalten, zahlen Sie weiterhin die Taxe d'habitation. Die Höhe liegt meist etwas unter der Grundsteuer.
### Müllabfuhrsteuer (TEOM)
In vielen Gemeinden fällt zusätzlich die „Taxe d'Enlèvement des Ordures Ménagères" an, die meist zusammen mit der Grundsteuer abgerechnet wird. Sie beträgt etwa 5 bis 15 Prozent der Grundsteuer.
### Nebenkosten bei Eigentumswohnungen
Bei einer Wohnung in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (Copropriété) kommen monatliche Vorauszahlungen für Hausverwaltung, Treppenhausreinigung, Aufzug, Gartenpflege und Gemeinschaftsstrom hinzu. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob größere Renovierungen (Dach, Fassade) geplant sind – diese können teuer werden.
### Gebäudeversicherung
Eine Gebäudeversicherung (Assurance habitation) ist in Frankreich bei Wohnungseigentum Pflicht, bei Häusern dringend empfohlen. Rechnen Sie mit 200 bis 500 € pro Jahr.
## Schritt 8: Vermietung und Steuern in Frankreich
Viele deutsche Käufer möchten ihre Immobilie zumindest zeitweise vermieten. Hier die wichtigsten Steuerregeln:
**Doppelbesteuerungsabkommen:** Nach dem deutsch-französischen DBA werden Mieteinkünfte in dem Land besteuert, in dem die Immobilie liegt – also in Frankreich. Sie müssen die Einnahmen **nicht** in Ihrer deutschen Steuererklärung angeben (kein Progressionsvorbehalt).
**Steuersysteme in Frankreich:**
- **Micro-BIC** (für möblierte Vermietung): 50 % Pauschalabzug, bis 77.700 € Jahreseinnahmen
- **Micro-Foncier** (für unmöblierte Vermietung): 30 % Pauschalabzug, bis 15.000 € Jahreseinnahmen
- **Régime réel** (für höhere Einnahmen): Abzug der tatsächlichen Kosten (Zinsen, Verwaltung, Reparaturen)
**Sonderfall Zweitwohnsitzsteuer:** Einige Gemeinden (besonders an der Küste) erheben einen Zuschlag auf die Wohnsteuer für Zweitwohnsitze. Informieren Sie sich vorab.
## Schritt 9: Aufenthaltsrecht – Brauchen Deutsche ein Visum?
**Für EU-Bürger:** Deutsche, Österreicher und andere EU-Bürger benötigen kein Visum und keine Aufenthaltserlaubnis, um eine Immobilie in Frankreich zu kaufen oder dort zu leben. Sie können sich bis zu 3 Monate ohne Formalitäten aufhalten, für einen längeren Aufenthalt ist eine Anmeldung bei der Gemeinde erforderlich.
**Für Nicht-EU-Bürger (Schweiz, UK, USA):** Der reine Immobilienkauf berechtigt nicht zum Aufenthalt. Für Aufenthalte über 90 Tage ist ein Langzeitvisum (VLS-TS) erforderlich, das zunächst für ein Jahr gilt. Briten müssen seit dem Brexit zudem die 90-Tage-Regel des Schengen-Raums beachten.
## Schritt 10: Typische Fallstricke und wie Sie sie vermeiden
1. **Der Vorvertrag ist bindend** – anders als in Deutschland. Nach Ablauf der 10-tägigen Widerrufsfrist drohen 10 % Vertragsstrafe bei Rücktritt.
2. **Nebenkosten nicht unterschätzen** – die „frais de notaire" von 7–8 % sind deutlich höher als in Deutschland. Planen Sie 10–12 % des Kaufpreises als Nebenkosten ein.
3. **Versteckte Mängel in Altbauten** – Feuchtigkeit in Natursteinhäusern, veraltete Elektrik und Asbest sind häufige Probleme. Engagieren Sie einen Bausachverständigen vor dem Kauf.
4. **Wasserentsorgung auf dem Land** – Viele Landhäuser haben keine Kanalisation, sondern eine eigenständige Kläranlage („assainissement individuel"). Eine Sanierung kann 8.000 bis 15.000 € kosten.
5. **Baubeschränkungen** – In Küstenregionen und Naturparks gelten strenge Bauvorschriften. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob geplante Renovierungen genehmigungsfähig sind.
6. **Regeln für Kurzzeitvermietung** – In vielen Städten (Paris, Nizza, Bordeaux) und Küstengemeinden ist die Ferienvermietung genehmigungspflichtig oder beschränkt.
7. **Währungsrisiko** – Wenn Sie in Euro zahlen (was als deutscher Käufer der Fall ist), entfällt dieses Risiko. Schweizer und britische Käufer sollten auf günstige Wechselkurse achten.
## Fazit: So klappt Ihr Hauskauf in Frankreich
Ein Haus in Frankreich zu kaufen ist für Deutsche einfacher, als viele denken – vorausgesetzt, Sie bereiten sich gründlich vor. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
- **Recherchieren Sie** die Region und den lokalen Markt genau
- **Planen Sie 10–12 % Nebenkosten** zusätzlich zum Kaufpreis ein
- **Lassen Sie sich von einem Fachanwalt** oder deutschsprachigen Notar begleiten
- **Nehmen Sie einen Bausachverständigen** zu jeder ernsthaften Besichtigung mit
- **Prüfen Sie die Finanzierung** vor dem Kaufangebot – sowohl in Deutschland als auch in Frankreich
- **Nehmen Sie sich Zeit** – lassen Sie sich nicht zu schnellen Entscheidungen drängen
Frankreich bietet für jeden Geschmack und jedes Budget die passende Immobilie. Ob normannisches Landhaus, bretonisches Fischerhaus oder provençalische Domaine – mit der richtigen Vorbereitung wird Ihr Traum vom Haus in Frankreich Wirklichkeit.
12 Min. Lesezeit
·# Haus in Frankreich kaufen – Der vollständige Ratgeber für Käufer 2026
Ein Haus in Frankreich kaufen – für viele Deutsche ein Lebenstraum. Ob als Feriendomizil in der Provence, als Altersruhesitz in der Dordogne oder als Kapitalanlage in der Bretagne: Der französische Immobilienmarkt bietet enorme Chancen, aber auch einige Fallstricke. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Kaufprozess – von der Suche über den Notartermin bis zu den laufenden Kosten nach dem Kauf.
**Wichtig vorab:** Als EU-Bürger können Sie ohne Einschränkungen in Frankreich eine Immobilie erwerben. Es gibt keine Sondergenehmigungen für deutsche Käufer. Sie benötigen lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, eine Steueridentifikationsnummer und einen Finanzierungsnachweis. Auch Schweizer und britische Käufer sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen – für Briten gelten seit dem Brexit jedoch besondere Aufenthaltsregelungen.
## Der französische Immobilienmarkt 2026: Ein guter Zeitpunkt?
Der Markt hat 2024 seinen Tiefpunkt erreicht und zeigt seit 2025 deutliche Erholungstendenzen. Die Preise für Bestandsimmobilien sind im Jahresvergleich 2025/2026 leicht gestiegen – Wohnungen um rund 1,3 Prozent, Häuser um 0,2 Prozent. Das Transaktionsvolumen legte 2025 auf rund 945.000 Verkäufe zu, nach etwa 775.000 im Jahr 2024.
Die Hypothekenzinsen haben sich bei etwa 3,2 bis 3,4 Prozent für 20-jährige Darlehen eingependelt – ein Niveau, das historisch betrachtet noch immer attraktiv ist. Die Preise liegen weiterhin unter den Höchstständen der Covid-Ära. Wer jetzt kauft, profitiert von einem sich stabilisierenden Markt.
> **Zahlen auf einen Blick:** Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser in Frankreich liegt 2026 bei rund 2.370 €, für Wohnungen bei etwa 4.260 €.
## Schritt 1: Immobiliensuche – Wo und wie finden Sie das passende Objekt?
Die Suche nach einer Immobilie in Frankreich unterscheidet sich grundlegend von der in Deutschland. Es gibt keine einzelne dominierende Plattform wie ImmoScout24. Die wichtigsten französischen Portale sind:
- **SeLoger** – das größte französische Immobilienportal
- **LeBonCoin** – Kleinanzeigen-Marktplatz mit vielen Privatangeboten
- **Bien'Ici** – wachsende Plattform mit guter regionaler Abdeckung
- **Green-Acres** – Spezialist für außergewöhnliche Objekte und Ferienimmobilien
Viele attraktive Objekte werden jedoch nie online inseriert, sondern über lokale Maklernetzwerke und Notariate vermittelt. Wer ernsthaft sucht, sollte Kontakt zu mehreren lokalen Agenturen aufnehmen oder einen deutschsprachigen Immobilienberater vor Ort engagieren.
**Eine Hürde für deutsche Käufer:** Exposés, Maklerkorrespondenz und Verträge sind fast ausschließlich auf Französisch. Wer die Sprache nicht sicher beherrscht, riskiert Missverständnisse. Lassen Sie sich Zeit mit der Besichtigung – fahren Sie zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichem Wetter zum Objekt, um ein realistisches Bild zu bekommen.
## Schritt 2: Die Immobilienarten in Frankreich
Frankreich bietet eine große Bandbreite an Immobilientypen – jede mit eigenem Charme und spezifischen Besonderheiten:
| Typ | Beschreibung | Typische Preisspanne (ländlich) |
|-----|-------------|-------------------------------|
| **Maison de campagne** | Landhaus, oft aus Naturstein, mit Grundstück | 80.000 – 250.000 € |
| **Appartement** | Wohnung, meist in Stadt oder Ferienort | ab 100.000 € (2 Zimmer) |
| **Ferme / Fermette** | Bauernhaus oder kleine Hofstelle, oft renovierungsbedürftig | 50.000 – 200.000 € |
| **Maison de village** | Dorfhaus, Reihenhaus im Ortskern | 40.000 – 150.000 € |
| **Château / Manoir** | Herrenhaus oder Schloss | ab 300.000 € (renovierungsbedürftig) |
| **Moulin** | Alte Mühle, oft mit Wasserrecht | 150.000 – 500.000 € |
| **Gîte** | Ferienhaus, oft bereits vermietet | 100.000 – 300.000 € |
## Schritt 3: Kaufnebenkosten – Was kommt auf den Kaufpreis drauf?
Der Kaufpreis ist nur die eine Hälfte der Rechnung. Die Kaufnebenkosten in Frankreich sind deutlich höher als in Deutschland:
### Notargebühren („frais de notaire")
Der größte Posten nach dem Kaufpreis: Die sogenannten Notargebühren betragen:
- **Bei Neubauten (unter 5 Jahre alt):** ca. 2–3 % des Kaufpreises
- **Bei Bestandsimmobilien (älter als 5 Jahre):** ca. 7–8 % des Kaufpreises
Diese Gebühren setzen sich zusammen aus der Grunderwerbsteuer (ca. 5,8 %), den Notarkosten (ca. 1–1,5 %) und den Grundbuchkosten. Der Notar zieht diese Beträge ein und leitet sie an Staat und Gemeinden weiter. Die Kosten trägt vollständig der Käufer.
**Tipp:** Sie können in Frankreich einen eigenen Notar beauftragen, zusätzlich zum Notar des Verkäufers. Dadurch entstehen Ihnen keine Mehrkosten – die Gebühren werden geteilt. Zudem sind Notare landesweit tätig, Sie können also einen deutschsprachigen Notar wählen, auch wenn das Objekt am anderen Ende Frankreichs liegt.
### Maklerprovision
Die Maklerprovision ist meist im inserierten Kaufpreis enthalten („honoraires inclus" – FAI) und beträgt 4 bis 10 Prozent des Kaufpreises. Achten Sie bei der Angebotssuche auf den Zusatz „FAI" oder „honoraires à la charge du vendeur", um zu wissen, wer die Provision trägt.
### Kaution (Dépôt de garantie)
Bei Unterzeichnung des Vorvertrags zahlen Sie in der Regel eine Kaution von 5 bis 10 Prozent des Kaufpreises. Diese Kaution wird nach der 10-tägigen Widerrufsfrist bindend. Ziehen Sie sich ohne triftigen Grund (z. B. fehlende Finanzierungszusage) zurück, verfällt die Kaution.
### Gutachten und Diagnosen
Die Pflichtgutachten („Dossier de Diagnostic Technique" / DDT) erstellt der Verkäufer auf eigene Kosten. Ein unabhängiger Bausachverständiger kostet zwischen 500 und 1.500 Euro, je nach Umfang der Prüfung. Diese Investition ist vor allem bei älteren Objekten dringend zu empfehlen.
### Gesamtkosten-Beispielrechnung
| Position | Betrag |
|----------|--------|
| Kaufpreis Bestandshaus | 250.000 € |
| Notargebühren (7–8 %) | ca. 18.750 € |
| Maklerprovision (falls nicht inkludiert) | ca. 7.500 € |
| Bausachverständiger | ca. 1.000 € |
| **Gesamtkosten** | **ca. 277.250 €** |
## Schritt 4: Der rechtliche Ablauf – Vom Angebot zum Eigentum
Der Kaufprozess in Frankreich dauert in der Regel 3 bis 4 Monate und unterscheidet sich in mehreren Punkten vom deutschen Verfahren.
### 4.1 Das Kaufangebot (Offre d'achat)
Haben Sie die passende Immobilie gefunden, geben Sie ein schriftliches Kaufangebot ab. Dieses ist rechtlich bindend, sobald der Verkäufer es annimmt. Formulieren Sie es sorgfältig und fügen Sie unbedingt eine Finanzierungsklausel („condition suspensive") ein. Diese sorgt dafür, dass Sie vom Vertrag zurücktreten können, wenn die Bank den Kredit nicht bewilligt.
**Achtung:** Lassen Sie sich niemals zu einer schnellen Unterschrift drängen. Das Angebot muss nicht direkt nach der Besichtigung unterschrieben werden.
### 4.2 Der Vorvertrag (Compromis de vente)
Der wichtigste Schritt: Nach der Einigung unterzeichnen beide Seiten den Vorvertrag. Anders als in Deutschland, wo erst der notarielle Kaufvertrag bindend ist, ist in **Frankreich bereits der Vorvertrag rechtsverbindlich**.
- Sie haben ein **10-tägiges Widerrufsrecht** nach Unterzeichnung
- Danach ist der Vertrag bindend
- Bei Rücktritt droht eine Vertragsstrafe von meist 10 % des Kaufpreises
- Der Vorvertrag enthält: Kaufpreis, Zahlungsmodalitäten, aufschiebende Bedingungen und die Ergebnisse der Pflichtgutachten
### 4.3 Die Finanzierungsphase
Nach Unterzeichnung des Vorvertrags haben Sie in der Regel 45 bis 60 Tage Zeit, eine Finanzierungszusage vorzulegen. Gelingt dies nicht, können Sie unter bestimmten Bedingungen straffrei vom Vertrag zurücktreten.
### 4.4 Der Notartermin (Acte de vente)
Etwa 2 bis 3 Monate nach dem Vorvertrag findet der finale Notartermin statt. Der französische Notar (Notaire) ist kein reiner Urkundsperson wie in Deutschland, sondern eine Art staatlich bestellter Rechtspfleger. Er prüft:
- Eigentumsverhältnisse und Grundbuch
- Behördliche Genehmigungen und Baulasten
- Wegerechte und Dienstbarkeiten
- Berechnung und Einzug der Steuern
- Auszahlung des Kaufpreises an den Verkäufer
Seit der Einführung des „Signer-à-distance"-Verfahrens können Sie den Notartermin auch digital von Deutschland aus durchführen – der Notar sendet Ihnen eine sichere Videokonferenz-URL.
## Schritt 5: Finanzierung – Kredit von deutscher oder französischer Bank?
Als deutscher Käufer haben Sie mehrere Optionen:
**Französische Bank:** Französische Banken gewähren auch Ausländern Kredite – allerdings mit strengeren Auflagen. Üblich sind lange Laufzeiten (20 bis 25 Jahre) mit festen Zinssätzen. Sie benötigen: Einkommensnachweise, Steuerbescheide, Kontoauszüge und einen Nachweis über Ihr Vermögen.
**Deutsche Bank:** Einige deutsche Banken finanzieren auch Auslandsimmobilien, darunter Spezialvermittler wie die Hamburger Hypo. Vorteil: Sie bleiben in Ihrem gewohnten Bankensystem, und die Kommunikation läuft auf Deutsch. Die Hamburger Hypo vermittelt Finanzierungen für ganz Frankreich (inkl. Korsika) mit Laufzeiten bis 25 Jahren und 5 % Sondertilgung pro Jahr.
**Wichtig:** Vergleichen Sie die Konditionen beider Varianten. Französische Banken verlangen oft eine höhere Eigenkapitalquote (20–30 %), während deutsche Banken bei Auslandsfinanzierungen etwas höhere Zinsen aufschlagen können.
## Schritt 6: Die Regionen im Vergleich
Frankreich ist nicht gleich Frankreich. Die regionalen Unterschiede bei Preisen, Lebensqualität und Vermietungspotenzial sind enorm.
| Region | ∅ Preis/m² (Haus, 2026) | Besonderheit |
|--------|------------------------|-------------|
| **Normandie** | ca. 2.050 € | Preisgünstig, nah an Deutschland, Natursteinhäuser ab 80.000 € |
| **Bretagne** | ca. 2.340 € | Atlantikküste, lange Saison, strenge Regeln für Kurzzeitvermietung |
| **Nouvelle-Aquitaine (Dordogne)** | ca. 1.890 € | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, viel Platz, beliebt bei Briten |
| **Provence-Alpes-Côte d'Azur** | ca. 4.500–6.000 € | Teuerste Region, hohe Nachfrage, Top-Lage für Ferienimmobilien |
| **Okzitanien** | ca. 1.950 € | Aufstrebend, günstiger als Provence, viel Sonne |
**Provence und Côte d'Azur:** Die teuerste Region Frankreichs. In Nizza, Cannes und Aix-en-Provence liegen die Quadratmeterpreise bei 5.000 bis 8.000 €. Dafür locken das mildeste Klima Europas und eine international hervorragende Infrastruktur. Wer hier ein Schnäppchen sucht, wird im Hinterland der Provence fündig – zwischen Avignon und Aix-en-Provence gibt es noch bezahlbare Objekte ab 150.000 €.
**Normandie:** Besonders beliebt bei deutschen Käufern wegen der relativen Nähe. Von Paris aus in zwei Stunden an der Küste. Preiswerte renovierungsbedürftige Häuser im Hinterland ab 80.000 €. Achtung vor versteckten Feuchtigkeitsproblemen in Fachwerk- und Bruchsteinhäusern.
**Bretagne:** Längere touristische Saison als die Normandie (Mai bis Oktober), hervorragende Küstenlandschaft, starke regionale Identität. In vielen Küstengemeinden gelten allerdings strenge Auflagen für die Kurzzeitvermietung.
**Dordogne / Périgord:** Beliebt bei Briten und Niederländern. Die Region bietet sanfte Hügel, mittelalterliche Dörfer und ein gemäßigtes Klima. Der Quadratmeterpreis liegt günstiger als in der Bretagne – bei rund 1.890 € im Schnitt. Ideal für Käufer, die Platz und Ruhe suchen.
## Schritt 7: Laufende Kosten nach dem Kauf
Nach dem Erwerb kommen jährliche Kosten auf Sie zu, die Sie nicht unterschätzen sollten.
### Grundsteuer (Taxe foncière)
Fällt jährlich für jede Immobilie an, unabhängig davon, ob Sie selbst darin wohnen oder vermieten. Die Höhe richtet sich nach dem Katastermietwert („valeur locative cadastrale") und variiert stark von Gemeinde zu Gemeinde. Fragen Sie vor dem Kauf beim Verkäufer nach der genauen Höhe – für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind 800 bis 2.000 € pro Jahr realistisch.
### Wohnsteuer (Taxe d'habitation)
Seit 2023 wird die Wohnsteuer nur noch für **Zweitwohnsitze** und Ferienimmobilien erhoben. Wenn Sie also ein Ferienhaus in Frankreich kaufen und Ihren Hauptwohnsitz in Deutschland behalten, zahlen Sie weiterhin die Taxe d'habitation. Die Höhe liegt meist etwas unter der Grundsteuer.
### Müllabfuhrsteuer (TEOM)
In vielen Gemeinden fällt zusätzlich die „Taxe d'Enlèvement des Ordures Ménagères" an, die meist zusammen mit der Grundsteuer abgerechnet wird. Sie beträgt etwa 5 bis 15 Prozent der Grundsteuer.
### Nebenkosten bei Eigentumswohnungen
Bei einer Wohnung in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (Copropriété) kommen monatliche Vorauszahlungen für Hausverwaltung, Treppenhausreinigung, Aufzug, Gartenpflege und Gemeinschaftsstrom hinzu. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob größere Renovierungen (Dach, Fassade) geplant sind – diese können teuer werden.
### Gebäudeversicherung
Eine Gebäudeversicherung (Assurance habitation) ist in Frankreich bei Wohnungseigentum Pflicht, bei Häusern dringend empfohlen. Rechnen Sie mit 200 bis 500 € pro Jahr.
## Schritt 8: Vermietung und Steuern in Frankreich
Viele deutsche Käufer möchten ihre Immobilie zumindest zeitweise vermieten. Hier die wichtigsten Steuerregeln:
**Doppelbesteuerungsabkommen:** Nach dem deutsch-französischen DBA werden Mieteinkünfte in dem Land besteuert, in dem die Immobilie liegt – also in Frankreich. Sie müssen die Einnahmen **nicht** in Ihrer deutschen Steuererklärung angeben (kein Progressionsvorbehalt).
**Steuersysteme in Frankreich:**
- **Micro-BIC** (für möblierte Vermietung): 50 % Pauschalabzug, bis 77.700 € Jahreseinnahmen
- **Micro-Foncier** (für unmöblierte Vermietung): 30 % Pauschalabzug, bis 15.000 € Jahreseinnahmen
- **Régime réel** (für höhere Einnahmen): Abzug der tatsächlichen Kosten (Zinsen, Verwaltung, Reparaturen)
**Sonderfall Zweitwohnsitzsteuer:** Einige Gemeinden (besonders an der Küste) erheben einen Zuschlag auf die Wohnsteuer für Zweitwohnsitze. Informieren Sie sich vorab.
## Schritt 9: Aufenthaltsrecht – Brauchen Deutsche ein Visum?
**Für EU-Bürger:** Deutsche, Österreicher und andere EU-Bürger benötigen kein Visum und keine Aufenthaltserlaubnis, um eine Immobilie in Frankreich zu kaufen oder dort zu leben. Sie können sich bis zu 3 Monate ohne Formalitäten aufhalten, für einen längeren Aufenthalt ist eine Anmeldung bei der Gemeinde erforderlich.
**Für Nicht-EU-Bürger (Schweiz, UK, USA):** Der reine Immobilienkauf berechtigt nicht zum Aufenthalt. Für Aufenthalte über 90 Tage ist ein Langzeitvisum (VLS-TS) erforderlich, das zunächst für ein Jahr gilt. Briten müssen seit dem Brexit zudem die 90-Tage-Regel des Schengen-Raums beachten.
## Schritt 10: Typische Fallstricke und wie Sie sie vermeiden
1. **Der Vorvertrag ist bindend** – anders als in Deutschland. Nach Ablauf der 10-tägigen Widerrufsfrist drohen 10 % Vertragsstrafe bei Rücktritt.
2. **Nebenkosten nicht unterschätzen** – die „frais de notaire" von 7–8 % sind deutlich höher als in Deutschland. Planen Sie 10–12 % des Kaufpreises als Nebenkosten ein.
3. **Versteckte Mängel in Altbauten** – Feuchtigkeit in Natursteinhäusern, veraltete Elektrik und Asbest sind häufige Probleme. Engagieren Sie einen Bausachverständigen vor dem Kauf.
4. **Wasserentsorgung auf dem Land** – Viele Landhäuser haben keine Kanalisation, sondern eine eigenständige Kläranlage („assainissement individuel"). Eine Sanierung kann 8.000 bis 15.000 € kosten.
5. **Baubeschränkungen** – In Küstenregionen und Naturparks gelten strenge Bauvorschriften. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob geplante Renovierungen genehmigungsfähig sind.
6. **Regeln für Kurzzeitvermietung** – In vielen Städten (Paris, Nizza, Bordeaux) und Küstengemeinden ist die Ferienvermietung genehmigungspflichtig oder beschränkt.
7. **Währungsrisiko** – Wenn Sie in Euro zahlen (was als deutscher Käufer der Fall ist), entfällt dieses Risiko. Schweizer und britische Käufer sollten auf günstige Wechselkurse achten.
## Fazit: So klappt Ihr Hauskauf in Frankreich
Ein Haus in Frankreich zu kaufen ist für Deutsche einfacher, als viele denken – vorausgesetzt, Sie bereiten sich gründlich vor. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
- **Recherchieren Sie** die Region und den lokalen Markt genau
- **Planen Sie 10–12 % Nebenkosten** zusätzlich zum Kaufpreis ein
- **Lassen Sie sich von einem Fachanwalt** oder deutschsprachigen Notar begleiten
- **Nehmen Sie einen Bausachverständigen** zu jeder ernsthaften Besichtigung mit
- **Prüfen Sie die Finanzierung** vor dem Kaufangebot – sowohl in Deutschland als auch in Frankreich
- **Nehmen Sie sich Zeit** – lassen Sie sich nicht zu schnellen Entscheidungen drängen
Frankreich bietet für jeden Geschmack und jedes Budget die passende Immobilie. Ob normannisches Landhaus, bretonisches Fischerhaus oder provençalische Domaine – mit der richtigen Vorbereitung wird Ihr Traum vom Haus in Frankreich Wirklichkeit.